Was ist Durchfall?

Häufiger Stuhlgang wird von vielen Laien schnell als „Durchfall“ abgestempelt. Doch im medizinischen Sinne liegt Durchfall erst dann vor, wenn der Stuhlgang drei Mal oder häufiger am Tag erfolgt und weitere Kriterien erfüllt sind. Erfahren Sie hier mehr über das Thema Durchfall.

Stuhlgang - Was ist eigentlich normal?

„Normaler Stuhlgang“ ist aus medizinischer Sicht alles, was zwischen 3 Mal pro Woche und 3 Mal täglich liegt, wobei der Stuhl dabei geformt und von mittlerer Konsistenz ist.

Diarrhö: Definition

Der medizinische Fachbegriff für Durchfall lautet „Diarrhö“. Das Wort leitet sich aus dem Griechischen diarrhoia ab (dia: durch; rheo: fließen). Wenn folgende Kriterien vorliegen, sprechen Experten von Durchfall im eigentlichen Sinne1:

  • Stuhlfrequenz: 3 oder mehr ungeformte Stühle innerhalb von 24 Stunden
  • Stuhlkonsistenz: Breiig oder dünnflüssig (Wassergehalt 75% oder mehr)
  • Stuhlgewicht: Erhöht (250 g oder mehr)

Darüber hinaus treten bei Durchfall häufig Begleitsymptome wie Bauchkrämpfe oder Blähungen auf. Der Schweregrad variiert von mild über moderat bis hin zu schwer.

Zum Weiterlesen: Symptome bei Durchfall

Akuter und chronischer Durchfall

Durchfall kann sowohl akut als auch chronisch auftreten. Während bei akutem Durchfall häufig Infektionen mit Viren oder Bakterien zugrunde liegen, ist chronischer Durchfall oft ein Symptom einer Grunderkrankung oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Auch Stress kann ein Grund dafür sein. So können auch beim Reizdarmsyndrom (Link 3.3) u.a. psychische Faktoren eine Rolle spielen. Hier wird der Durchfall neben weiteren Magen-Darm-Beschwerden für die Betroffenen oft zum Dauerthema. Akuter und chronischer Durchfall werden wie folgt unterschieden:

  • Akuter Durchfall: Symptome bestehen maximal 14 Tage
  • Chronischer Durchfall: Symptome halten länger als 14 Tage an

 

Hätten Sie´s gewusst?

Unser Bauchhirn (enterisches Nervensystem) und unser Nervensystem in Rückenmark und Kopf (zentrales Nervensystem) stehen in direkter Verbindung.

Tatsächlich sendet unser Bauch ständig Signale an unser Gehirn – das Bauchgefühl ist manchmal einfach nicht zu überhören.

So erklären sich auch Redewendungen „Ich habe Schmetterlinge im Bauch“, „etwas schlägt mir auf den Magen“ oder „Ich mache mir gleich vor Angst in die Hose“. Hier wird deutlich, wie stark psychische Belastungen wie Stress oder Angst auch unsere Verdauung direkt beeinflussen können.